ZIEL 1 - KEINE ARMUT

Bei Ziele 17 wird erklärt

Aber was bedeutet Armut genau? Armut bedeutet nicht nur, wenig Geld zu haben, sondern auch keine Teilhabe an der Gesellschaft oder Bildung.

Weltweit hat jeder zehnte Mensch nur 1,90 Dollar pro Tag für Essen, Trinken, Kleidung und alles, was man zum Leben braucht.
Das heißt, von dem Geld könnten wir uns nicht mal einfach so ein Eis kaufen, in ein Auto steigen, in die Stadt fahren und dort shoppen gehen. Wir könnten uns keine Schulmaterialien, Essen oder gar ein Handy leisten.

Zudem leben die meisten extrem armen Menschen in ländlichen Regionen ohne Anschluss an eine funktionierende Infrastruktur, besonders oft leiden Kinder darunter.

Deshalb sollen bis 2030 folgende Ziele erreicht werden
  • Das Ende der extremen Armut:
    Anzahl der Menschen, die weniger als 2 Euro pro Tag haben, soll reduziert werden.
  • Zugang ermöglichen:
    Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Chancen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Vermögen und natürlichen Ressourcen haben.
  • Weniger Ungleichheit:
    Wirtschaftliche Chancen sollen gerecht verteilt werden, um sozialen Ausschluss und Ungerechtigkeit zu minimieren.

ABER behinderte Menschen sind noch stärker davon betroffen. Darunter auch gehörlose Menschen.

Zuerst schauen wir mal auf die Welt:

Nur sehr wenige behinderte Menschen in Entwicklungsländern wie zum Beispiel Afghanistan oder Indien haben Zugang zu Gesundheitsdiensten. Sie bekommen oft keine Nahrung, Bildung oder Gesundheit. Obwohl sie das Recht dazu haben. Das andere Problem ist, dass ein Leben in Armut oft auch zu Behinderungen führt. Häufige Gründe für Behinderungen sind Unterernährung, fehlender Zugang zum Gesundheitssystem, Kriege oder Naturkatastrophen.

Das könnte man vermeiden.

“Kinder mit Behinderungen haben es besonders schwer.
Sie haben weniger Chancen, in die Schule zu gehen, einen Job zu finden oder
als gleichberechtigte Menschen an der Gesellschaft teilzuhaben.
Sie sind nicht nur in finanzieller Hinsicht arm, sondern auch an Entwicklungsmöglichkeiten –
durch soziale Barrieren.”

Wie sieht es in Deutschland aus?

“Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen ist seit Jahren
deutlich höher als die von Menschen ohne Behinderungen.“

Bis heute liegen der Bundesregierung aber keine konkreten Zahlen zur Arbeitslosigkeit bei gehörlosen Menschen vor. Laut DGB erfüllen private Arbeitgeber immer noch nicht die Beschäftigungsverpflichtung von 5 %. Das bedeutet, dass Unternehmen in der freien Wirtschaft dazu verpflichtet sind, mindestens 5 % schwerbehinderte Menschen einzustellen und zu beschäftigen.
Wenn die Firma das nicht macht, muss sie eine Ausgleichsabgabe zahlen, die sehr niedrig angesetzt ist. Viele Firmen zahlen lieber die Ausgleichsabgabe, als dass sie gehörlose oder andere behinderte Menschen einstellen.

Der DGB beschreibt im Forderungskatalog von 2019, dass knapp 40.000 Arbeitgeber keine Menschen mit Behinderungen eingestellt haben. Das heißt, gehörlose Menschen haben es viel, viel  schwerer, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen oder sie zu behalten. Das hat auch die Folge, dass sich viele gehörlose Menschen am Arbeitsplatz nur eingeschränkt wohlfühlen und nicht ihr volles Leistungspotenzial abrufen können.

Viele gehörlose Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, wissen immer noch nicht, dass sie ebenfalls Rechte haben. Weil sie nicht darüber aufgeklärt werden und viele Informationen immer noch nicht barrierefrei zugänglich sind. Auch z. B. Gesetze. Oft muss noch zusätzlich gegen Ämter und Behörden geklagt werden, um sein Recht durchgesetzt zu bekommen. Auch das Recht auf barrierefreie Kommunikation - der Kommunikation in Deutscher Gebärdensprache - ist immer noch nicht gegeben, obwohl die DGS schon seit 2002 in Deutschland als eigenständige Sprache anerkannt ist.

Dieses Thema Sprache wird bei Ziel 4 unter Bildung noch einmal genauer erklärt. Doch die Folgen einer nicht barrierefreien Kommunikation führt nicht nur zur Spracharmut, sondern auch zur Armut gehörloser Menschen.

Was kannst Du machen?

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