ZIEL 5 GESCHLECHTERGLEICHHEIT
Frauen verdienen immer noch weniger als Männer.
Und werden nicht als gleichberechtigt angesehen.
Weltweit.
Auch in Deutschland.
Aber das ist nicht das einzige Problem.
Frauen und Mädchen erfahren auch immer noch viel Gewalt und Diskriminierungen.
Ziel 5 steht dafür, dass eine Geschlechtergleichstellung erreicht wird und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigt werden.
Wir wollen also...
- Gleichstellung und Ermächtigung: Frauen und Mädchen sollen die gleichen Möglichkeiten und Rechte in allen Bereichen des Lebens haben, wie zum Beispiel in der Arbeit und der Schule.
- Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt: Frauen und Mädchen sollen vor Gewalt und Diskriminierung geschützt werden.
- Teilhabe an Entscheidungsprozessen: Frauen sollen genauso wie Männer in politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen mitbestimmen können.
Doch wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass besonders gehörlose Frauen und Mädchen noch mehr gefährdet sind.
Die Zahlen sind erschreckend hoch. Mehr als die Hälfte der gehörlosen Frauen haben Erfahrungen mit sexualisierter und struktureller Gewalt in Kindheit, Jugend und Erwachsenenleben gemacht. Sie sind sogar fast dreimal so häufig betroffen wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
Frauen leisten weltweit viel mehr unbezahlte Care-Arbeit im Haushalt und bei der Betreuung von Familienangehörigen als Männer.
Durch diese unbezahlte Arbeit haben sie viel weniger Zeit und Möglichkeiten, Geld zu verdienen oder sich weiterzubilden. Durch die COVID 19 - Pandemie hat sich die Lage vieler Frauen noch mehr verschlechtert.
Viele sind in unsicheren Jobs und ohne Krankenversicherung. Im ersten Monat der Corona Pandemie haben allein in Europa 70 % der Frauen ihren Job und Einkommen verloren.
Weltweit sind nur etwa 27 % der Abgeordneten in Parlamenten Frauen. Die politische Teilhabe ist damit immer noch sehr gering. Viele Frauen können auch immer noch nicht selbst entscheiden, was mit ihrem Körper passiert, wenn es zum Beispiel um Kinderkriegen oder Verhütung geht.
Fast die Hälfte aller Frauen weltweit sind davon betroffen.
Thema Gender Pay Gap (das ist die Differenz zwischen den Gehältern und Löhnen von Geschlechtern): Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch weniger als Männer. In Deutschland verdienen Frauen etwa 18 % weniger als Männer. Im Osten Deutschlands ist dieser Unterschied kleiner (7 %) als im Westen (19 %).
Führungspositionen: Weniger als jede dritte Führungsposition in Deutschland wird von Frauen besetzt. Auch im Bundestag sind nur etwa ein Drittel der Mitglieder Frauen.
Alltagsbenachteiligungen und Care Arbeit: Frauen, besonders Mütter, haben oft Schwierigkeiten, Arbeit zu finden und verdienen weniger. Das führt zu geringeren Renten im Alter.
Gewalt gegen Frauen: Viele Frauen in Deutschland erleben Gewalt. Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben davon betroffen. Es gibt Hilfsangebote, aber viele Frauen haben Angst, den Täter anzuzeigen.
Für gehörlose Frauen ist es noch schwieriger, Hilfe zu holen, denn es gibt nur sehr wenige spezialisierte Beratungsangebote. Das ist eine zusätzliche hohe emotionale Belastung. Sie erleben außerdem häufiger Gewalt (körperlich, sexuell, psychisch) als der Durchschnitt und leben aufgrund der Kommunikationsbarrieren isolierter, was das Risiko für Gewalt erhöht.
Weil die Gehörlosenkultur klein ist und wie ein Dorf, ist es für die Betroffenen noch schwieriger, sich zu öffnen, weil viele Angst haben, dass dann alle darüber reden.
Scham und Schuldgefühle machen es dann noch schwieriger. Oft fehlt die Aufklärung über sexuelle Themen und die sprachliche Kompetenz, sodass es schwer ist, darüber zu sprechen und die richtigen Worte zu finden.
Aber auch in Schulen für Taube gibt es zu wenig Prävention gegen sexuelle Gewalt. Außerdem sind die Täter meistens bekannte Personen aus ihrem Umfeld, was es noch mal erschwert.