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00:00:11.708 --> 00:00:14.375
<b>Ziel 1 - Keine Armut</b>

00:00:15.500 --> 00:00:22.250
<b>Das erste Ziel ist: Armut zu beenden bzw. zu verringern. Weltweit. Auch in Deutschland.</b>

00:00:22.791 --> 00:00:24.083
<b>Aber was bedeutet Armut genau?</b>

00:00:24.083 --> 00:00:26.166
<b>Armut bedeutet nicht nur, wenig Geld zu haben, </b>

00:00:26.166 --> 00:00:28.875
<b>sondern auch keine Teilhabe an der Gesellschaft oder Bildung.</b>

00:00:29.833 --> 00:00:30.916
<b>Was verfolgt das Ziel 1?</b>

00:00:31.666 --> 00:00:36.833
<b>Weltweit hat jeder zehnte Mensch nur 1,90 Dollar pro Tag</b>

00:00:36.833 --> 00:00:40.208
<b>für Essen, Trinken, Kleidung und alles, was man zum Leben braucht.</b>

00:00:40.208 --> 00:00:43.875
<b>Das heißt, von dem Geld könnten wir uns nicht mal einfach so ein Eis kaufen, in ein Auto steigen,</b>

00:00:43.875 --> 00:00:46.166
<b>in ein Auto steigen, in die Stadt fahren und dort shoppen gehen. </b>

00:00:46.166 --> 00:00:49.916
<b>Wir könnten uns keine Schulmaterialien, Essen oder gar ein Handy leisten. </b>

00:00:50.500 --> 00:00:53.291
<b>Zudem leben die meisten extrem armen Menschen in ländlichen Regionen ohne Anschluss an eine funktionierende Infrastruktur, </b>

00:00:53.291 --> 00:00:57.458
<b>besonders oft leiden Kinder darunter.</b>

00:00:59.333 --> 00:01:03.250
<b>Deshalb sollen bis 2030 folgende Ziele erreicht werden:</b>

00:01:04.125 --> 00:01:10.791
<b>1.Das Ende der extremen Armut (Anzahl der Menschen, die weniger als 2 Euro pro Tag haben, soll reduziert werden).</b>

00:01:11.166 --> 00:01:21.166
<b>2.Zugang ermöglichen: Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Chancen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Vermögen und natürlichen Ressourcen haben.</b>

00:01:22.333 --> 00:01:29.541
<b>3.Weniger Ungleichheit: Wirtschaftliche Chancen sollen gerecht verteilt werden, um sozialen Ausschluss und Ungerechtigkeit zu minimieren.</b>

00:01:30.958 --> 00:01:35.625
<b>ABER behinderte Menschen sind noch stärker davon betroffen. Darunter auch gehörlose Menschen.</b>

00:01:37.791 --> 00:01:40.416
<b>Zuerst schauen wir mal auf die Welt:</b>

00:01:45.333 --> 00:01:51.416
<b>Nur sehr wenige behinderte Menschen in Entwicklungsländern wie zum Beispiel Afghanistan oder Indien haben Zugang zu Gesundheitsdiensten.</b>

00:01:51.625 --> 00:01:54.375
<b>Zum Beispiel zum Arzt, Psychologe oder Physiotherapeuten zu gegen.</b>

00:01:54.833 --> 00:02:00.083
<b>Obwohl sie das Recht dazu haben. Sie bekommen oft keine Nahrung, Bildung oder Gesundheit. </b>

00:02:00.333 --> 00:02:06.500
<b>Das andere Problem ist, dass ein Leben in Armut oft auch zu Behinderungen führt.</b>

00:02:06.583 --> 00:02:13.208
<b>Häufige Gründe für Behinderungen sind Unterernährung, fehlender Zugang zum Gesundheitssystem, Kriege oder Naturkatastrophen.</b>

00:02:13.333 --> 00:02:15.791
<b>Das könnte man vermeiden.</b>

00:02:17.916 --> 00:02:20.125
<b>Kinder mit Behinderungen haben es besonders schwer</b>

00:02:20.125 --> 00:02:21.666
<b>Sie haben weniger Chancen, in die Schule zu gehen</b>

00:02:21.666 --> 00:02:23.625
<b>einen Job zu finden </b>

00:02:23.625 --> 00:02:26.500
<b>oder als gleichberechtigte Menschen an der Gesellschaft teilzuhaben. </b>

00:02:26.500 --> 00:02:28.333
<b>Sie sind nicht nur in finanzieller Hinsicht arm,</b>

00:02:28.333 --> 00:02:32.666
<b>sondern auch an Entwicklungsmöglichkeiten – durch soziale Barrieren.</b>

00:02:34.958 --> 00:02:36.625
<b>Wie sieht es in Deutschland aus?</b>

00:02:41.541 --> 00:02:45.666
<b>In einer Statistik vom Bundesregierung zeigt: </b>

00:02:45.666 --> 00:02:49.916
<b>Die Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen ist seit Jahren deutlich höher als die von Menschen ohne Behinderungen.</b>

00:02:49.916 --> 00:02:55.291
<b>Bis heute liegen der Bundesregierung aber keine konkreten Zahlen zur Arbeitslosigkeit bei gehörlosen Menschen vor. </b>

00:02:56.625 --> 00:03:02.250
<b>Laut DGB erfüllen private Arbeitgeber immer noch nicht die Beschäftigungsverpflichtung von 5 %. </b>

00:03:02.250 --> 00:03:09.666
<b>Das bedeutet, dass Unternehmen in der freien Wirtschaft dazu verpflichtet sind, mindestens 5 % schwerbehinderte Menschen einzustellen und zu beschäftigen.</b>

00:03:10.416 --> 00:03:15.458
<b>Wenn die Firma das nicht macht, muss sie eine Ausgleichsabgabe zahlen, die sehr niedrig angesetzt ist.</b>

00:03:15.458 --> 00:03:24.250
<b>Viele Firmen zahlen lieber die Ausgleichsabgabe, als dass sie gehörlose oder andere behinderte Menschen einstellen.</b>

00:03:25.583 --> 00:03:33.666
<b>Der DGB beschreibt im Forderungskatalog von 2019, dass knapp 40.000 Arbeitgeber keine Menschen mit Behinderungen eingestellt haben.</b>

00:03:34.333 --> 00:03:41.041
<b>Das heißt, gehörlose Menschen haben es viel, viel schwerer, überhaupt einen Arbeitsplatz zu bekommen oder sie zu behalten.</b>

00:03:41.416 --> 00:03:49.708
<b>Das hat auch die Folge, dass sich viele gehörlose Menschen am Arbeitsplatz nur eingeschränkt wohlfühlen und nicht ihr volles Leistungspotenzial abrufen können.</b>

00:03:51.500 --> 00:03:57.250
<b>Viele gehörlose Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, wissen immer noch nicht, dass sie ebenfalls Rechte haben. </b>

00:03:57.875 --> 00:04:03.333
<b>Weil sie nicht darüber aufgeklärt werden und viele Informationen und aber auch Gesetze immer noch nicht barrierefrei zugänglich sind. </b>

00:04:04.333 --> 00:04:06.833
<b>Obwohl die DGS schon seit 2002 in Deutschland als eigenständige Sprache anerkannt ist. </b>

00:04:06.833 --> 00:04:10.833
<b>Das Recht auf barrierefreie Kommunikation in Deutscher Gebärdensprache ist immer noch nicht selbstverständlich.</b>

00:04:10.833 --> 00:04:14.958
<b>Dieses Thema Sprache wird bei Ziel 4 unter Bildung noch einmal genauer erklärt.</b>

00:04:15.666 --> 00:04:24.000
<b>Doch die Folgen einer nicht barrierefreien Kommunikation führt nicht nur zur Spracharmut, sondern auch zur Armut gehörloser Menschen.</b>
